Kurz gesagt: Nicht jede Frau mit Endometriose braucht eine IVF; viele werden auf natürlichem Weg oder mit einfacheren Methoden schwanger. Betrachtet man jedoch Ausmaß der Erkrankung, Alter, Eizellreserve, Zustand der Eileiter und Spermienqualität gemeinsam, kann die IVF für manche Paare der wirksamste Weg sein. Hier erkläre ich, wie Endometriose die Fruchtbarkeit beeinflusst und wann eine IVF infrage kommt.
Was ist Endometriose?
Bei der Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter – meist an Eierstöcken, Eileitern und Bauchfell. Es reagiert in jedem Zyklus auf Hormone und kann Entzündungen, Verwachsungen und Eierstockzysten („Schokoladenzysten“, Endometriome) verursachen. Typisch sind schmerzhafte Perioden, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Unterbauchschmerzen; manche Frauen haben jedoch keine Beschwerden.
Wie wirkt sich Endometriose auf die Fruchtbarkeit aus?
- Verwachsungen: können die Beweglichkeit der Eileiter einschränken oder sie verschließen.
- Eizellreserve: Schokoladenzysten und wiederholte Operationen können die Reserve verringern.
- Entzündliches Milieu: kann für Eizellen, Spermien und Embryonen ungünstiger sein.
- Gebärmutterschleimhaut: bei manchen Frauen Veränderungen, die die Einnistung beeinflussen können.
Das Ausmaß ist sehr unterschiedlich: Bei leichter Endometriose ist eine spontane Schwangerschaft gut möglich, bei fortgeschrittener Erkrankung mit geschädigten Eileitern sinkt die natürliche Chance deutlich.
Wann wird eine IVF empfohlen?
- Verschlossene oder stark geschädigte Eileiter (siehe unseren Beitrag zu verschlossenen Eileitern und IVF)
- Niedrige Eizellreserve (AMH) oder höheres Alter
- Deutliche Einschränkung der Spermienqualität beim Partner
- Keine Schwangerschaft nach einem Jahr (über 35 nach sechs Monaten)
- Kein Erfolg mit einfacheren Methoden wie der Insemination
Muss eine Schokoladenzyste operiert werden?
Das hängt vom Einzelfall ab. Bei sehr großen, stark schmerzhaften oder auffälligen Zysten kann eine Operation sinnvoll sein. Allerdings kann dabei auch gesundes Eierstockgewebe entfernt und die Reserve verringert werden. Bei Frauen mit geplanter IVF und ohnehin begrenzter Reserve wird die Zyste daher oft belassen und direkt mit der Behandlung begonnen. Entschieden wird nach Zystengröße, Beschwerden, Alter und AMH.
Läuft die IVF bei Endometriose anders ab?
Die Grundschritte sind gleich: Stimulation, Eizellentnahme, Befruchtung im Labor und Embryotransfer. Bei niedriger Reserve werden Dosis und Protokoll angepasst; manchmal werden Embryonen eingefroren und später übertragen (siehe frischer oder gefrorener Embryotransfer). Einen Überblick über den Ablauf bieten unsere ausführlichen Informationen zur IVF-Behandlung.
Wie sind die Chancen?
Der Erfolg hängt vor allem von Alter und Eizellreserve ab. Bei jungen Frauen mit guter Reserve können die Ergebnisse denen von Frauen ohne Endometriose nahekommen. Eine einzelne Zahl wäre irreführend; die Chancen sollten anhand der eigenen Befunde beurteilt werden.
Das Wichtigste
- Endometriose erfordert nicht immer eine IVF.
- Eileiter, Alter, Eizellreserve und Spermienqualität bestimmen das Vorgehen.
- Eine Zystenoperation ist nicht für jede Frau nötig; ihr Einfluss auf die Reserve muss bedacht werden.
Weitere Informationen zu diesem Thema
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Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

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