Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) – Überstimulation der Eierstöcke

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) – Überstimulation der Eierstöcke

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)

Das ovarielle Hyperstimulationssyndrom, kurz OHSS, ist eine mögliche Komplikation der hormonellen Stimulation im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung. Dabei reagieren die Eierstöcke übermäßig stark auf die verabreichten Hormone. Sie vergrößern sich, und es kann zu einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum kommen. In den meisten Fällen verläuft ein OHSS mild, in seltenen Fällen kann es jedoch schwerer ausfallen und eine engmaschige Betreuung erfordern.

Wie entsteht ein OHSS?

Um bei einer IVF-Behandlung mehrere Eizellen gewinnen zu können, werden die Eierstöcke mit Hormonen stimuliert. Bei einer besonders empfindlichen Reaktion reifen sehr viele Follikel heran, und der Hormonspiegel steigt stark an. Dadurch können kleine Blutgefäße durchlässiger werden, sodass Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe übertritt. Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere bei jungen Frauen, bei niedrigem Körpergewicht und beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS).

Welche Beschwerden können auftreten?

Typische Anzeichen sind ein Spannungs- oder Völlegefühl im Unterbauch, Bauchschmerzen, Übelkeit, eine Zunahme des Bauchumfangs sowie eine rasche Gewichtszunahme. Bei stärker ausgeprägten Formen können Atembeschwerden, deutlich verminderte Urinausscheidung oder anhaltendes Erbrechen hinzukommen. Solche Beschwerden sollten immer umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Vorbeugung und Behandlung

Vorbeugung hat den höchsten Stellenwert. Durch eine individuell angepasste, möglichst niedrige Hormondosierung, eine sorgfältige Überwachung mit Ultraschall und Blutwerten sowie moderne Auslöse- und Einfrierstrategien lässt sich das Risiko heute deutlich senken. Ein leichtes OHSS klingt meist von selbst wieder ab und wird mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, Schonung und Beobachtung begleitet. Ausgeprägtere Formen erfordern eine engmaschige medizinische Betreuung.

In der Universitätsklinik Biruni legen wir großen Wert auf eine schonende, individuell abgestimmte Stimulation, um das OHSS-Risiko so gering wie möglich zu halten und Ihre Sicherheit zu gewährleisten.

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