Künstliche Gebärmutter (Ko-Kultur) in der IVF-Behandlung
Als „künstliche Gebärmutter” wird im Rahmen der künstlichen Befruchtung ein besonderes Laborverfahren bezeichnet, das in der Fachsprache auch Endometrium-Ko-Kultur genannt wird. Dabei werden die Embryonen nicht allein im Nährmedium herangezogen, sondern gemeinsam mit körpereigenen Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) kultiviert. So soll den Embryonen bereits im Labor eine Umgebung geboten werden, die den natürlichen Bedingungen in der Gebärmutter möglichst nahekommt.
Was bedeutet Ko-Kultur genau?
Bei der klassischen IVF entwickeln sich die befruchteten Eizellen in einem standardisierten Nährmedium. Bei der Ko-Kultur wird diesem Medium eine Schicht lebender Zellen hinzugefügt – häufig Zellen aus der Gebärmutterschleimhaut der Patientin selbst. Diese Zellen geben Wachstumsfaktoren und Nährstoffe ab und können ungünstige Stoffwechselprodukte binden. Auf diese Weise soll die frühe Entwicklung des Embryos unterstützt werden.
Für wen kommt das Verfahren infrage?
Die Ko-Kultur wird nicht bei allen Patientinnen eingesetzt. Sie kann vor allem dann erwogen werden, wenn frühere Behandlungszyklen trotz guter Ausgangslage erfolglos geblieben sind, wenn die Embryonen wiederholt eine schwache Entwicklung oder eine eingeschränkte Qualität gezeigt haben oder wenn es mehrfach nicht zu einer Einnistung gekommen ist. Ob die Methode im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet das Behandlungsteam nach einer sorgfältigen individuellen Untersuchung.
Ablauf und Grenzen
Für das Verfahren werden in einem vorbereitenden Schritt Zellen der Gebärmutterschleimhaut gewonnen und im Labor aufbereitet. In einem späteren Zyklus werden die Embryonen dann gemeinsam mit dieser Zellschicht kultiviert, bevor der Embryotransfer erfolgt. Die Ko-Kultur ist ein aufwendiges Laborverfahren, das nicht in jeder Situation Vorteile bietet. Sie ersetzt keine sorgfältige Diagnostik und ist kein Garant für eine Schwangerschaft. Wichtig ist eine realistische Aufklärung über Nutzen und Grenzen.
In der Universitätsklinik Biruni wird bei jeder Patientin individuell geprüft, welche Laborverfahren die Erfolgsaussichten der Behandlung unterstützen können. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu den für Ihre Situation geeigneten Möglichkeiten.

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